Presseerklärungen 2010
02.07.10
Satelliten verpetzen Umweltsünder - EOMAP ist führend beim Umweltmonitoring
bavAIRia e.V. - Satelliten verpetzen Umweltsünder - EOMAP ist führend beim Umweltmonitoring
Eigentlich ist die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko Thema bei EOMAP.
Schätzungen zufolge strömen nach der folgenschweren Explosion auf der
Bohrinsel "Deepwater Horizon" pro Tag bis zu 9,5 Millionen Liter Rohöl aus drei
Öffnungen der Ölquelle ins Meer und bedrohen das marine Ökosystem. "Die
massive Ausweitung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko lässt sich am besten
mit Satellitenaufnahmen nachverfolgen", sagt Dr. Thomas Heege, CEO von
EOMAP GmbH & Co.KG, Earth Observation and Mapping. Sein Unternehmen, das
beim ESA Business Incubation Centre Oberpfaffenhofen seinen Sitz hat, stellt
detaillierte Verteilungskarten zur Verfügung, die für jedermann herunterladbar sind.
"Damit ist es nicht mehr möglich, Umweltkatastrophen mit einer restriktiven
Informationspolitik zu verbergen, wie in der Vergangenheit häufig geschehen", sagt
Dr. Heege. Auf dem Bildschirm in seinem Büro ist eine Satellitenaufnahme vom
Golf vom Mexiko zu sehen - in leuchtenden Regenbogenfarben. Die Farben zeigen
an, wie viele Schwebstoffe im Wasser schwimmen - klares Wasser erscheint
hellblau, schmutziges rot - wobei die Farben quantitative Werte repräsentieren.
Es ist der 22. Juni 2010. Ein Mitarbeiter bringt eine Agenturmeldung herein, die an
diesem Tag die Medien beschäftigt: Vor vier bis fünf Tagen sei unweit des
ägyptischen Badeortes El Gouna Öl vor der Küste aufgetaucht. Der Ölteppich soll
sich über eine Strecke von 160 Kilometern erstrecken. Man erfährt nicht viel.
Weder wieviel Öl ins Meer geschwappt ist, noch ob das Leck an der Bohrinsel
Jebel al-Zayt inzwischen wieder abgedichtet ist. Die ägyptische Regierung geht
zurückhaltend mit Informationen um, denn bald beginnt die Hochsaison in der
Touristenregion.
Umweltschützer spekulieren, dass schon 30 bis 40 Barrel Öl ins Meer geflossen
sind. In wenigen Tagen wird EOMAP mehr darüber wissen, denn aktuell arbeitet
EOMAP auch mit der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München am Roten
Meer zusammen. Während EOMAP den Überblick via Satellit hat, erkunden die
Wissenschaftler der COralReefEcology Forschungsgruppe (CORE) von Prof. Dr.
Christian Wild der LMU die Korallenriffe im Roten Meer.
Möglich wird diese Art der weltweiten Überwachung durch eine zunehmende
Anzahl von Erdbeobachtungssatelliten - und dazugehöriger Auswertealgorithmik.
Auch die staatlich finanzierten Organisationen wie NOAA, ZKI des DLR, ESA oder
auf Europa beschränkt die EMSA stellen aus unterschiedlichen Satellitendaten
Kartenmaterial her. Während sich die staatlichen Organisationen meist auf
Visualisierungen der Rohdaten mit manueller Auswertung beschränken, ist das
private Unternehmen EOMAP hier schon einen Schritt weiter: Mit aufwendigen
physikalischen Auswerteprogrammen werden hier detaillierte Verteilungskarten
erstellt.
Die Informationen für diese Aufnahmen liefern Satelliten wie MODIS oder
RapidEye - aber eben nur in Rohform. Erst spezielle Computerprogramme, die auf
jahrzehntelanges Fachwissen und Entwicklungen zurückgreifen, machen daraus
verwertbare Informationen. EOMAP arbeitet vor allem mit physikalisch-optischen
Verfahren. Wasser unterschiedlicher Qualität und Trübung strahlt Licht
unterschiedlicher Wellenlängen ab. Das erfassen die Sensoren der Satelliten.
"Unsere Firma ist im optischen Bereich der Gewässerfernerkundung weltweit
einmalig", sagt Heege, der seine Firma erst im August 2006 gegründet hat.
Inzwischen ist das Team auf sieben Mitarbeiter angewachsen und Heege sucht
Verstärkung.
EOMAP ist spezialisiert auf weltweites Monitoring von Gewässern mit
unterschiedlichsten Satellitendaten. Im Auftrag von Öl- und Gasunternehmen, von
Umwelteinrichtungen werden hier operationelle satellitengestützte Umweltdaten
erhoben. Einsatzgebiete sind z.B. die tägliche räumliche Sedimentverteilung um
Offshore-Baustellenoder die Kartierung der Wassertiefe und des Seegrundes in
Küstenbereichen oder von Flüssen. Entsprechende Informationen zur
Gewässerqualität sollen ab 2011 auch für die Bewertung der Wasserqualität von
Binnen-Gewässern in Bayern/Deutschland/Europa zur Verfügung gestellt werden.
EOMAP leitet das für Ende 2010 startende europäische FRESHMON-Konsortium,
das hier innerhalb des 7.EU-Forschungsrahmenprogramms erste GMESDownstream-
Services mit hochaufgelösten satellitengestützten Daten bereitstellen
wird.
EOMAP ist inzwischen auf der ganzen Welt tätig, nicht nur im Golf von Mexiko oder
im Roten Meer. In Australien liefert die Firma für die Offshore-Industrie aus
täglichen Satellitenaufnahmen die Verteilung der Wassertrübung, die durch das
Ausbaggern des Meeresbodens entsteht. Denn ganz in der Nähe liegen
empfindliche Korallenriffe, die durch zu trübes Wasser schwer geschädigt werden
könnten.
Aber nicht nur Notfalleinsätze prägen die Arbeit von EOMAP. "Der Schutz und die
nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser hat für die Zukunft entscheidende
Bedeutung", sagt Heege. In vielen Regionen der Welt stellt die chronische
Wasserknappheit die größte Hürde für die ökonomisch soziale Entwicklung der
Bevölkerung dar und bietet permanenten Konfliktstoff. Zusätzlich wird es
notwendig, die mit dem Klimawandel zunehmende Zahl an Extremereignissen wie
Dürre oder Hochwasser in zukünftigen Wasserplanungen zu berücksichtigen.
Europa und insbesondere Deutschland besitzen große wissenschaftliche und
technologische Kompetenzen, die Wasserprobleme mit einem Systemansatz zu
lösen.
Große Erwartungen werden dabei in das Konzept "Integrated Water Resources
Management" (IWRM) gesetzt. Hier hat das Bundesministerium für Bildung und
Forschung einen Förderschwerpunkt aufgelegt, um in Modellregionen außerhalb
der Europäischen Union neue Techniken zu erproben. Auf diese Weise soll die
Wasserversorgung der beteiligten Regionen gesichert werden. Ergebnisse sollen
auf andere Regionen übertragbar sein. Derzeit werden sieben
Forschungsvorhabenrealisiert: In China, Indonesien, Israel-Jordanien-Palästina,
Mongolei, Namibia, Südafrika und Vietnam.
Das Projekt WISDOM, koordiniert vom Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum
(DFD) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, erstellt ein
Informationssystem für das Mekong Delta. Nach einer ausführlichen Studie wurde
festgelegt, zu welchen Themenschwerpunkten hier besonders dringend
Informationen benötigt werden: Überwachung von Flut, Dürre und Wasserqualität,
aber auch Überflutungsszenarien, Landnutzungswandel und die Überwachung
(Monitoring) der Entwicklung von Siedlungsgebieten spielen eine große Rolle.
Deshalb wurde im Bereich der Erdbeobachtung der Fokus auf Algorithmen für die
vollautomatische, und damit wiederholbare und in Vietnam implementierbare,
Kartierung von Überflutungsflächen sowie für die automatisierte Kartierung von
Landbedeckung und Landnutzung aus Fernerkundungsdaten gelegt. EOMAP
entwickelt hier Methoden für die Kartierung verschiedener Wasserinhaltsstoffe.
Parameter wie Schwebstoffgehalt, Gelbstoffe und Planktongehalt können teils
monatlich, teils täglich zur Verfügung gestellt werden. Bis zum ProjektEnde im Jahr
2010 soll der Prototyp des Informationssystems voll ausgereift sein. Das System
wird dann in die Strukturen und Arbeitsabläufe in Vietnam integriert und soll später
die standardisierte Anwendung durch die Entscheidungsträger auf verschiedenen
Ebenen ermöglichen.
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