Presseerklärungen 2010
03.07.10
INNOFIT vernetzt europäische Cluster in der Satellitennavigation
INNOFIT vernetzt europäische Cluster in der Satellitennavigation
"Allein gute Infrastruktur, Universitäten und Forschungseinrichtungen am Ort
bedeuten noch lange nicht mehr Jobs und Firmenneugründungen in der Region. Dazu bedarf es weiterer Hilfe zur Zusammenarbeit", erklärt Prof. Bernhard Katzy vom Institut für Technologie- und Innovationsmanagement (LRT 14 - CeTIM) der Universität der Bundeswehr München. "Hier greifen die Cluster ein. Davon gibt es in Europa inzwischen mehrere hundert. Der Clusterpolitik liegt der Grundsatz zugrunde, dass die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in einer globalen Wirtschaftsordnung auch ganz klar von lokalen Faktoren abhängt: Räumliche Nähe, persönlicher Austausch und informelle Treffen".
Der internationalen Vernetzung aller Cluster widmet sich das von der Europäischen Kommission geförderte EU-Projekt "INNOFIT". Zum Beispiel aus Leiden in den Niederlanden, aus Rom, Brüssel, der Oeresundregion Dänemark und Schweden, von der Cote d?Azur, aus München und Oberpfaffenhofen sind vom 21. bis 23. Juni über 100 Clustervertreter zur jährlich stattfindenden "Conference on Concurrent Enterprising" zusammengekommen - diesmal im schweizerischen Lugano. Man kenntsich seit langem und dennoch lebt das gigantische Netzwerk davon, dass immer neue Partner und Regionen hinzukommen. Erfahrungsaustausch und gemeinsame Projekte
stehen im Mittelpunkt. Im Rahmen der ICE-Konferenz soll ein interdisziplinärer
Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren wie Clustermanagern, Agencies, Regionen, Verbänden, Ministerien und Inkubatoren stattfinden. Ziel ist es neue Netzwerke entstehen zu lassen bzw. neue Kontakte zu knüpfen. Einer der Programmpunkte der diesjährigen ICE-Konferenz, war ein Workshop auf dem bisherige INNOFIT- Ergebnisse vorgestellt und Ausblicke auf zukünftige Services für Regionen und Firmen gegeben wurden, die im Bereich Satellitennavigation Fuß fassen wollen. Zu den Sprechern gehörten Industrievertreter aus den Bereichen Informationstechnologie, Transport und Logistik.
Matthias Künzel von der Geschäftsstelle der Initiative Kompetenznetze Deutschland bei der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH, Berlin, unterstreicht die Wichtigkeit von Clustern: "Hier stehen Quantität und regionale Konzentration im Vordergrund. Mit einer qualitativ hochwertigen Vernetzung wird die Wachstumsbasis der Mitglieder gestärkt, von der alle Beteiligten profitieren: Ganz oben steht dabei das Knüpfen neuer Kontakte und die kollaborative Technologieentwicklung." Netzwerke sind wesentliche Treiber von Innovationen, denn durch deren regionen- und branchenübergreifende Synergien entsteht erst der Nährboden für völlig neuartige Produkte und Technologien.
Durch Informations- und Kommunikationsplattformen sind die Partner immer auf dem neuesten Stand über Entwicklungen und Trends der jeweiligen Branchen. Bei der Durchführung von Projekten werden sie ebenfalls unterstützt: bei der Suche nach geeigneten Projektpartnern, durch Hilfe bei der Beschaffung von Fördermitteln, durch die Beratung während der Projektumsetzung und maßgeschneiderte Fortbildungsangebote.
Die "Initiative Kompetenznetze Deutschland" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie vereint die leistungsstärksten deutschen Netzwerke in neun wirtschaftlich bedeutenden Technologiefeldern, unterstützt die regionale und branchenorientierte Profilbildung und stärkt die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft. Die Mitgliedschaft in der Initiative ist ein begehrtes Gütesiegel.
Im "Club der besten Innovationsnetzwerke" der Initiative Kompetenznetze
Deutschland ist auch bavAIRia e.V. vertreten. Als Teil der Cluster-Offensive der
Bayerischen Staatsregierung, in der 19 Cluster für besonders bedeutsame
Kompetenzfelder der bayerischen Wirtschaft eingerichtet wurden, vertritt bavAIRia die Bereiche Luft- und Raumfahrt sowie die besonders bedeutsame Satellitennavigation. Besonderen Wert legt die Cluster-Offensive auf die Vernetzung des Mittelstands. Im Gegensatz zu Großunternehmen fehlen kleineren Unternehmen oft die Möglichkeiten, passende Kooperationspartner und Forschungseinrichtungen ausfindig zu machen oder gar Innovationen auf eigene Faust umzusetzen. Die Clusterteams vernetzen die Akteure ihrer Kompetenzbereiche landesweit. Damit wird gewährleistet, dass alle
relevanten Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den Ballungszentren, aber auch aus dem ländlichen Raum, eingebunden werden.
"Kaum ein anderes Thema beschäftigt die internationalen Cluster so sehr wie die Satellitennavigation und die zahllosen Anwendungen, die sich hier eröffnen", erklärt Sven Brunsmann von bavAIRia e.V. Nach Schätzungen der EU beläuft sich das Marktpotential von Galileo bis 2015 auf bis zu 270 Milliarden Euro in den Anwendermärkten. In der Kombination mit satellitengestützter Erdbeobachtung und Kommunikation bietet die Satellitennavigation eine Vielzahl von Chancen für neue Produkte, Anwendungen und Dienstleistungen. Besondere Bedeutung kommt der kommerziellen Nutzung der Satellitennavigation zu, z.B. in der Software- und Chipentwicklung, dem Fahrzeugbau, der Telekommunikation, der Telematik, der Landwirtschaft, der Luftfahrt, dem Securitybereich oder dem Tourismus.
Hier ist auch die "Anwendungszentrum GmbH Oberpfaffenhofen" aktiv, das 2001 im Rahmen der High-Tech-Offensive Bayern als erster deutscher Inkubator für die Wachstumsgebiete Navigation, Satelliten- und Mobilkommunikation sowie Geoinformation gestartet ist. Mit dem European Satellite Navigation Competition hat das Anwendungszentrum unter Führung von Thorsten Rudolph im Jahr 2004 einen internationalen Ideenwettbewerb ins Leben gerufen, der die besten Ideen für Anwendungsinnovationen im Bereich Satellitennavigation auszeichnet. Er richtet sich an Firmen, Unternehmer, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Privatpersonen. Angefangen mit 3 Partnerregionen findet der Wettbewerb heute bereits in weltweit mehr als 20 High-Tech-Regionen statt.
Der Ideenwettbewerb soll die Zusammenarbeit dieser Regionen auf internationaler Ebene weiter verstärken, insbesondere was die Entwicklung von Anwendungen und Dienstleistungen betrifft, die das europäische Satellitennavigationssystem Galileo ermöglichen wird. In die gleiche Kerbe schlägt auch der GNSS Living Lab Prize, für den Roberto Santoro vom ESoCE-Net, Rome verantwortlich ist. Ein Globales Navigationssatellitensystem -GNSS- ist ein System zur Positionsbestimmung und Navigation auf der Erde und in der Luft durch den Empfang der Signale von Navigationssatelliten und terrestrischer Sender.
Erfahrungsberichte von Clustern europäischer Länder bereichern den INNOFIT
workshop: Der Cluster Kopenhagen erstreckt sich über den Großraum Kopenhagen hinaus auf die südschwedischen Städte Malmö und Lund. Zusammen werden sie durch die infrastrukturell ermöglichte Nähe zur wirtschaftlichen Öresund Region zusammengefasst. Die Schwerpunkte des Clusters liegen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologien, Lebenswissenschaften sowie Umwelttechnologien. Die Region profitiert vor allem von der unmittelbaren
Nähe zwischen Science Parks und Universitäten. So entstehen Netzwerke mit
Synergien für innovative Forschungsinstitute und Spin-offs, die die Zusammenarbeit zwischen Forschung & Entwicklung und Venture-Capital-Gesellschaften begünstigen.
Sophia Antipolis ist ein Technologie- und Wissenschaftspark bei Antibes an der Cote d'Azur. Er wurde 1968 ohne Anbindung an eine industrielle Tradition oder die Nähe zu einer regionalen Universität gegründet. Hier sind heute auf dem 2300 Hektar großen Areal etwa 30.000 Mitarbeiter in rund 1300 Unternehmen beschäftigt. In Frankreich sieht man in Sophia-Antipolis gerne die französische Version des Silicon Valley der USA, da sich in der Region eine Vielzahl von Hochtechnologie-Unternehmen angesiedelt haben, vor allem aus den Gebieten Telekommunikation, Informationstechnik, Medizin und Biotechnologie.
Längst hat man erkannt, dass die Zusammenarbeit und Vernetzung aller europäischen Cluster eine ebenso wichtige Aufgabe darstellt wie die Vernetzung einzelner Akteure vor Ort durch ein einzelnes Cluster. Die Plattform, die als Dachverband die Cluster vernetzt ist ENCADRE. Hervorgegangen aus dem "Castle-Projekt" der europäischen Komission hat sich ENCADRE die Aufgabe gestellt, die europäischen Interessengruppen bezüglich der Satellitennavigation nachhaltig zu vernetzen, zu informieren und bei Projekten zu unterstützen. 15 europäische Cluster haben in einem Memorandum of Understanding ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit im Dachverband ENCADRE bekräftigt. Gegründet wurde ENCADRE auf Initiative eines INNOVA workshops anläßlich der SYSTEMS 2006 in München. ENCADRE bündelt die Aktivitäten von FINANCE Space, INVESaT, CASTLE, Nereus, Eurisy sowie weiterer Initiativen aus dem Bereich der Satallitennavigation und vertritt deren Interessen gegenüber der Europäischen Kommission, der ESA und GSA Services, erklärte Philippe Moretto, ENCADRE Association.
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